uebermich


Ich bin 48 Jahre alt, komme ursprünglich aus dem Waldviertel und lebe in Wien. Ich  mache im Hauptberuf etwas ganz anderes, als bei einem meiner Hobbys  - ich arbeite nämlich in der öffentl. Verwaltung.

Am 24. Dezember 2002 hatte ich durch Glatteis einen schweren Unfall, (ganz Wien war eine Eislauffläche) -  gerade als ich auf dem Weg zu meiner Lebensgefährtin war, um Weihnachten bei ihr und ihrer Familie im schönen Ländle zu verbringen.

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Damals hatte ich grosse Angst, eine Wirbelsäuenverletzung zu haben, da ich meine Füsse nach dem Unfall nicht mehr bewegen konnte. Die Männer von der Wiener Berufsrettung wie auch die anwesende Polizei haben mir sehr professionell geholfen, was mir in meiner grossen Angst sehr geholfen hat und ich bewunderte ihre Arbeit. Damals dachte ich irrig, dass alle bei der Rettung Hauptamtliche sind, kam auf die HP einer sehr grossen weltweiten Vereinigung, bewarb mich per Email, und so kam ich zu meinem - wie manche sagen - etwas aussergewöhnlichem Hobby.

Manche halten mich schlicht und einfach für verrückt, weil ich manchmal viel        Zeit opfere, oder traumatisiernde Erlebnisse habe, die mich Tage-, Nächte-, Wochen- oder sogar Monatelang nicht richtig schlafen lassen und die Erinnerung   immer wieder kommt. Meine erste Tote in "meinem" Auto werd ich nie vergessen -  deshalb schmerzt mich diese Meinung vor allem mancher meiner Arbeitskollegen.

Ich machte also viele Kurse, noch mehr Dienste - und war oft mehr auf Kurs und als angehender Rettungssani  untererwegs als Zuhause.

Bei vielen Sachen (bei belastenden oder schweren  Einsätzen) oder auch Schikanen - ja - auch das gibt es bei dieser grossen weltweiten Organisation -  dachte ich mir - "warum tust du dir das eigentlich an" - zuhause vor dem PC oder Fernseher oder bei Freunden wäre es jetzt viel schöner, aber:

Es gibt auch - wenn auch sehr selten - schöne Erlebnisse - wenn man ein ehrlich gemeintes Danke von jemanden für die manchmal wirklich schwere Arbeit bekommt, oder ein Lächeln von einem Schmerzpatienten, oder wenn man weiss, man hat jemanden geholfen.

Diese Arbeit hat meine Lebensanschauung grundlegend geändert, ich habe zu vielen Sachen eine ganz andere Einstellung als zuvor.

Im Moment versuche ich, neben vielen Diensten, mehr Fuss zu fassen bei der Notfallrettung, da ich immer mehr lernen will, Kurse machen sowieso - aber ich will auch nicht immer auf dem gleichen Wissenshorizont bleiben.

Noch eines - es gibt zuwenige von Freiwilligen, generell, und wenn ich bedenke, dass wir bei Herz- Kreislaufstillständen nur mehr 20 % der Leute lebend antreffen, weil 

a) kaum jemand etwas von echter "Erste Hilfe" und von Reanimation weiss

b) wir oft viel zu spät gerufen werden - und

c) oft unter "Erste Hilfe" nur ein Notruf (Rettung oder Notarzt verständigen) abgegeben wird - DANN 

habe ich sehr oft ein Gefühl voller Angst, was passiert, wenn meinem Herzblatt (Kartenlady),  einem meiner Nächsten, oder mir selbst etwas passiert, denn - ich weiss nicht, was schlimmer ist, wenn keiner helfen KANN oder WILL.

Es würde mich sehr freuen, wenn ich Rückmeldungen über meine Einstellung bekommen      würde, enweder per Mail oder in meinem Gästebuch.

Oft denke ich daran, aufzuhören, da es oft ein sehr anstrengender Dienst ist, und oft physisch wie auch psychisch bis an die Grenzen geht. Nur sehr selten gibt es Erlebnisse, die einen freuen.

 

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